Grußwort von Oberbürgermeister Claus Kaminsky

Sehr geehrte Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Hanau,
werte Gäste der Veranstaltungen, 

ich freue mich sehr, dass nach dem Auftakt im Jahre 2019, zum zweiten Mal Jüdische Kulturwochen in Hanau stattfinden.

Vorstand und Geschäftsführung Ihrer Gemeinde haben zusammen mit mehreren Partnern – darunter die Stadt Hanau – wieder ein sehr anspruchsvolles wie kurzweiliges, besinnliches und fröhliches Programm zusammengestellt, das sicher Sie selbst wie viele Besucherinnen und Besucher in ihren Bann ziehen wird.

Dieses Jahr feiern wir 425 Jahre Neustadt Hanau und Wallonisch-Niederländische Gemeinde Hanau. Graf Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg hat 1597 aber nicht nur calvinistischen Glaubensflüchtlingen eine neue Heimat gegeben, sondern wenig später, 1605, auch eine Jüdische Gemeinde durch die sog. Judenstättigkeit privilegiert. Der Graf war nicht „nur der tolerante“ Landesherr, sondern hatte mit der Ansiedlung eine für damalige Verhältnisse außergewöhnliche Wirtschaftsförderung im Blick. Wenn die Neustadt, die Wallonisch-Niederländische Kirche UND die Jüdische Gemeinde nicht gegründet worden wären, er umfangreiche Verwaltungsreformen nicht angepackt und etwa die Hohe Landesschule nicht gegründet hätte, wäre die Geschichte Hanaus sicher nicht so erfolgreich verlaufen. So gehört alles miteinander zusammen.

Nach dem unentschuldbaren Zivilisationsbruch im Nationalsozialismus ist die Jüdische Gemeinde Hanau seit ihrer Neugründung 2005 wieder zu einem „guten Stück Hanau“ geworden. Ihre Veranstaltungen im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen bieten uns tiefe Einblicke in die Geschichte, helfen bei der Einordnung aktueller Fragen und weisen frohen Mutes in die Zukunft. Ich wünsche Ihnen viel Interesse und Freude an dem Programm.

Ihr

Unterschrift

Claus Kaminsky
Oberbürgermeister der Brüder Grimm-Stadt Hanau

Heute ist der 19. Nisan 5786 - 06.04.2026